St. Andreas-Kirche in Eisleben

Die St. Andreas-Kirche wurde als Pfarrkirche der Eisleber Altstadt erstmals 1180 erwähnt. Bei dem großen Stadtbrand 1498 wurde der ursprünglich romanische Sakralbau stark beschädigt, so dass er als spätgotische Hallenkirche mit einem dreischiffigen Chor wiederaufgebaut werden musste. Von der romanischen Bausubstanz ist heute nur noch das Untergeschoss des Westbaus erhalten, der von zwei spätgotischen Türmen mit barocken Schweifhauben abgeschlossen wird. Der 64 Meter hohe Nordturm mit dem barocken, oktogonalen Oberbau wurde erst 1723 vollendet. Er trägt die Kirchturmuhr sowie drei Glocken.

Besonders beeindruckend ist das Innere der St. Andreas-Kirche: Der vierflügelige Altar mit seinen Darstellungen verschiedener Heiligenfiguren ist ein herausragendes Zeugnis der mittelalterlichen Spätgotik. Ebenso eindrucksvoll sind die Renaissanceplastiken in den Seitenschiffen der Kirche, hinter denen sich die Grabmäler einiger Mansfelder Grafen befinden. Kunsthistorisch bedeutend ist vor allem die Grabtumba von Hoyer VI. Graf von Mansfeld-Vorderort.

Die St. Andreas-Kirche spielte in der Reformationsgeschichte eine bedeutende Rolle. Bis in die 1530er Jahre wurden in der größten Kirche von Eisleben morgens römisch-katholische und nachmittags evangelische Gottesdienste gefeiert. Überregionale Bekanntheit erlangte die St. Andreas-Kirche jedoch, weil Martin Luther vom 31. Januar bis zum 15. Februar 1546 auf der hiesigen Kanzel seine vier letzten Predigten abhielt. Sein Leichnam wurde nur vier Tage später, am 19. Februar 1546, im Chor aufgebahrt und von dort nach Wittenberg überführt.

Heute bietet die St. Andreas-Kirche Raum für ein breites kulturelles Angebot: Es finden regelmäßig Festgottesdienste sowie Orgel-, Chor- und Sinfoniekonzerte statt. Dieses Angebot soll zukünftig weiter ausgebaut werden. Deshalb werden derzeit umfassende Sanierungsarbeiten umgesetzt, um die spirituellen und kulturellen Werte in der St. Andreas-Kirche mit allen Sinnen erfahrbarer zu machen.

Close Search Window